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DER STADT MAHAGONNY –

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, 1987

Oper in drei Akten von Kurt Weill Text von Bertolt Brecht

Premiere 6. November 1987, im Stadttheater Luzern

Sängerinnen & Sänger

Leokadja Begbick  –  Jutta Winkler
Fatty, der «Prokurist»  –  Michael Roider
Dreieinigkeitsmoses  –  Francesco Facini
Jenny Hill  –  Constance Cloward
Jim Mahoney  –  Edmund Barham
Jakob Schmidt / Tobby Higgins  –  Dietmar Grimm
Bill, genannt «Sparbüchsenbill»  –  Brian Montgomery
Joe, genannt «Alaskawolfjoe»  –  Michael Pavlu
Die Mädchen von Mahagonny  –  Damenchor
Die Männer von Mahagonny  –  Herrenchor
Nummerngirl  –  Simone Hassler
Lautsprechermeldungen  –  Horst Warning

 

Musikerinnen & Musiker

Chor des Stadttheaters Luzern
Orchester der AML
Klavier, Markus Eichenberger
Zither, Martha Limacher
Bandoneon, Walter Schorro
Banjo, Franta Chvojka
Gitarre, Stefan Kuen / Rico Antonelli
Klaviersolo, Paul Suits

 

Team

Musikalische Leitung, Marcello Viotti
Inszenierung, Markus Imhoof
Bühnenbild, Manfred Dittrich
Kostüme, Dorothea Katzer
Chorleitung, Johannes Meister
Studienleitung, David Aronson
Musikalische Mitarbeit, Paul Suits / Markus Eichenberger
Regieassistenz / Abendspielleitung, Regina Heer
Choreographische Mitarbeit, Ingo Caspers / Simone Hassler

 

Presse

Imhoof ist gelungen, was er in einem Interview angekündigt hatte: Brecht mit Brecht überwinden und dem Kulinarischen, der Lust, dem Spass wieder zum Recht verhelfen.

– Sonntagsblatt, 08.11.1987

 

 

In Zuckerwerk verpackter Klassenkampf. Mit der Inszenierung der Oper «Mahagonny» im Luzerner Stadttheater beweist Markus Imhoof, dass seine Talente als Regisseur nicht allein auf den Film beschränkt sind. Das Experiment von Direktor Horst Statkus, einen branchenfremden Gastregisseur für diese Oper zu engagieren, ist gelungen, hat sich sogar gelohnt und wird sich sicher noch auszahlen.

– Kurt Beck in Luzerner Neuste Nachrichten, 09.11.1987

 

 

Dass «Mahagonny» nicht ein Schauspiel mit Musik, sondern eine Oper ist – dafür plädiert ganz besonders Marcello Viotti, Luzerns neuer Chefdirigent. Kein Songstil à la Lotte Lenya, vielmehr professionelle Sänger, die den Balanceakt zwischen Lyrischem (etwa im Kraniche-Duett) und Satirischem schaffen. Damit aus steifen Opernmenschen bewegliche Akteure wurden, erhielt Imhoof immerhin sieben Wochen Proben zugestanden. Das Ergebnis ist bemerkenswert.

Wenn die Traumstadt zusammenstürzt, unter einem roten Tuch begraben wird, wenn sozusagen Tote die geniale Collage des Trauermarsches anstimmen – dann ist das ungleich stärker als alle von Brecht gewünschten Demonstrationszüge. Optisches und Tönendes als Widerspruch: die perfekte Verfremdung.

– Tages-Anzeiger, 09.11.1987

 

 

Von allen Filmemachern, die in diesem Jahr Opern inszeniert haben – neben Imhoof Werner Herzog («Lohengrin» in Bayreuth) und Daniel Schmid (Rossinis «Wilhelm Teil» in Zürich) –, scheint mir das Markus Imhoof am besten gelungen zu sein.

– Luzerner Tagblatt, 09.11.1987